Schatten fressen

Dokumentation

Deutschland 2010  I  45 Minuten  I  Idee, Kamera, Schnitt: Ulrike Korbach

Anke Ames Lebenshaltung ist die des Liebens: Menschen, Musik, Ideen. So hat die Bratschistin, Autorin und Zeichnerin ihre Mitte gefunden.
Ihr letzter Klinikaufenthalt liegt schon mehrere Jahre zurück. Die Ärzte nennen es eine bipolare Störung,  Anke selbst beschreibt ihre Aufgabe als Schatten fressen.
Alles Negative saugt sie auf, von den anderen ab und wandelt es in Kunst. Diese Rolle treibt sie in die Depression oder in die Manie, die für die Künstlerin etwas sehr Schönes sein könnte, wäre sie kein Rausch. In selbst verfassten Texten und mit improvisierter Musik gibt sie uns einen Einblick in ein Leben, das von extremen Gefühlen geprägt ist - unter Künstlern keine Seltenheit.

„Schatten fressen“ ist ein Essayfilm, ein Experiment. Fragmentarisch verknüpft die Filmemacherin persönliche Erzählungen, Poesie sowie Musik der Protagonistin zu einem Gesamtwerk. Dabei nimmt sie keinen Einfluss auf die sehr persönlichen, zum Teil recht krassen Texte der Künstlerin. Ankes verarbeitet Erfahrungen in der Psychiatrie, ihre Krankheit, Manie und Depression in ihren Texten, manche sind Liebeserklärungen an ihren Mann.
Lose aneinandergereiht zeichnet der Film das Bild einer facettenreichen Persönlichkeit. Entstanden ist das Portrait einer faszinierenden Künstlerin und Musikerin.